Thema des
Monats
(Archiv) Freiwillige
Feuerwehr Buchschachen
August 2010:
Rauchmelder retten Leben
Lobenswerte
Initiative aus Deutschland: Am 13. August 2010 wird dort
bereits zum fünften Mal ein bundesweiter Tag des Rauchmelders
veranstaltet. Jeder kann an diesem Tag für sich und andere
Verantwortung übernehmen, indem er einen Rauchmelder
installiert. Die Initiative ist bereits auf Facebook
vertreten.
Die gefährlichsten Mythen
1. Wenn es
brennt, habe ich mehr als zehn Minuten Zeit, die Wohnung zu verlassen.
Irrtum, Sie haben durchschnittlich nur vier Minuten zur Flucht. Eine
Rauch(gas)vergiftung kann sogar bereits nach zwei Minuten
tödlich sein.
2. Meine
Nachbarn oder mein Haustier werden mich rechtzeitig alarmieren.
Eine gefährliche Fehleinschätzung, wenn man nur zwei
Minuten Zeit hat – besonders nachts, wenn Ihr Nachbar
schläft und das Haustier im Nebenzimmer ist.
3. Wer
aufpasst, ist vor Brandgefahr sicher.
Stimmt nicht. Elektrische Defekte sind häufige Brandursachen.
Auch Brandstiftungen im Keller oder Hausflur sowie ein Brand in der
Nachbarwohnung gefährden Sie ganz unverschuldet.
Brandtote sind Rauchtote
Jedes Jahr
verunglücken Menschen tödlich durch
Brände, die meisten davon (80%) in den eigenen vier
Wänden, nicht am Arbeitsplatz. Die Mehrheit (75%) stirbt nicht
nicht an direkter Feuereinwirkung
sondern an einer Rauchvergiftung. Zwei Drittel
aller Brandopfer wurden nachts im Schlaf überrascht.
Rauch breitet sich sekundenschnell aus und schon wenige
Atemzüge können zum Tod führen. Besonders tückisch
sind Schwelbrände, die sich über Stunden langsam
entwickeln.
Während man dem
sichtbaren und in der Anfangsphase lokal begrenzten Feuer normalerweise
entrinnen kann, überfällt der lautlosere Rauch seine
Opfer blitzschnell und lässt ihnen kaum eine Chance. In den letzten 20 Jahren
vervierfachte sich die Zahl der tödlichen Rauchvergiftungen,
denn die Brände werden immer rauchintensiver. Dies liegt an
dem Einsatz von Kunststoffen, welche vielfach in Gebäuden
verwendet werden. •
Ein brennendes Kunststofftelefon kann ein Einfamilienhaus binnen
kürzester Zeit komplett verqualmen. •
Eine 10 kg schwere Schaumgummimatratze, z.B. aus einem Kinderbett,
erzeugt 25.000 m³ Rauch.
Während
früher der Rauch hauptsächlich aus Rußpartikeln,
Kohlendioxid
(CO2, erstickende Wirkung,
verdrängt den Sauerstoff) und Kohlenmonoxid (CO,
für Blut- und Nervengift, "Rauchgasvergiftung")
bestand, sind diese giftigen Substanzen heute nur noch die
"Grundausstattung". Stoffe wie Polypropylen (PP), Polyethylen (PE),
Polyvinylchlorid (PVC), woraus viele Haushaltsartikel, Verpackungen
usw. hergestellt werden, erzeugen beim Verbrennen weitere hochgiftige
Gase. Inzwischen kennt man tausende giftige Substanzen, die der
Brandrauch enthalten kann. z.B. Aceton, Acetaldehyd und
Äther wirken betäubend und verursachen
Übelkeit und Erbrechen; Formaldehyd reizt die Augen
und erschwert die Atmung; Crotonaldehyd führt
zum
Glottisödem, bei dem der Kehlkopf blitzartig anschwillt. In
den meisten
Fällen hilft hier nur noch ein sofortiger Kehlkopfschnitt um
den
Erstickungstod zu verhindern.
Eine
weitere Gefahr stellt das viel verwendete Polystyrol dar.
Unvollständig verbrannt setzt Polystyrol das Gas Styrol frei.
Dieser Stoff greift das zentrale Nervensystem an.
Schützen
Sie Ihr Leben mit einem Rauchmelder!
Ein
Rauchmelder schlägt rechtzeitig Alarm und kann so Leben
retten. Daher fordern zahlreiche Stellen (z.B. Berufsfeuerwehr Graz)
, dass auch Wohnungen und
Häuser mit Rauchmeldern ausgestattet werden müssen.
Optische Heimrauchmelder messen mit einer Lichtzelle die Konzentration
der Rauchpartikel in der Luft. Ab einer bestimmten Dichte wird ein
Alarmton ausgelöst. Zigarettenrauch erreicht diese Grenze
üblicherweise nicht.
Die Warnung durch den Rauchmelder erfolgt früh genug, so dass
eine Flucht noch möglich ist. Bei einer Lautstärke
über 85 Dezibel ist der Alarmton auch durch geschlossene
Türen hörbar.
Alle optischen Heimrauchmelder signalisieren über ein
Blinksignal ihre Einsatzbereitschaft. Die Geräte sind sehr
einfach - am besten in der Deckenmitte - zu montieren. Zu
Wänden und Ecken sollte es einen Abstand von mindestens 50
Zentimetern geben.
Empfehlenswert sind batteriebetriebene Rauchmelder. Sie funktionieren
auch bei Stromausfall und sind einfach zu installieren.
Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der Melder einen notwendigen
Batteriewechsel mindestens 30 Tage lang akustisch signalisieren kann
– für den Fall, dass man auf Urlaub ist und die
Batterie währenddessen zur Neige geht.
Außerdem sollte ein Testknopf vorhanden sein, mit dem
regelmäßig ein Probealarm ausgelöst werden
kann.
Vernetzung der Rauchmelder: Ein vernetzbarer Rauchmelder ist ein
Gerät, das per Kabel- oder Funkverbindung mit weiteren
Rauchmeldern verbunden werden kann. Diese Vernetzung bewirkt im
Brandfall, dass alle Rauchmelder einen Alarm melden und nicht nur das
Gerät in der unmittelbaren Nähe der Rauchentwicklung.
Vernetzung ist besonders bei mehrgeschossigen Wohnungen empfehlenswert
oder auch bei großen Wohnflächen, wenn die Gefahr
besteht, dass ein Alarm durch große Entfernung oder
geschlossene Türen gedämpft wird.
Zum Mindestschutz sollte jeweils ein Rauchmelder auf jeder Etage
montiert werden (am besten an einer zentralen Stelle z.B. im Gang).
Optimiert wird der Schutz durch die Installation von Rauchmeldern in
allen Schlafzimmern und in Räumen, in denen elektrische
Geräte wie Fernseher oder PC rund um die Uhr ans Stromnetz
angeschlossen sind. Auch im Keller und auf dem Dachboden sind
Rauchmelder sinnvoll, weil sich dort oft unbeobachtet Brände
entwickeln. Nicht sinnvoll sind Rauchmelder in der Küche und
im Bad, weil durch die Dampfentwicklung Fehlalarme ausgelöst
werden können.